Outdoor Hanfanbau Anleitung

Der Anbau von Cannabis im Garten

Im Zuge der restriktiven Handhabung des Betäubungsmittelgesetze stellt sich zunehmend die Frage: Welche Alternativen gibt es zum Kauf im Hanfladen? Viel ist da nicht: Es gibt wieder vermehrt einen Schwarzmarkt, Schmuggel aus dem Ausland ist nicht besonders empfehlenswert, aber Hanf lässt sich sehr leicht im Garten oder auf dem Balkon kultivieren. Davon soll der folgende Aufsatz handeln.
Der private Hanfanbau im kleinen Massstab (max. 10 Pflanzen) hat Vorteile: Er ist relativ billig, ihr kriegt ca. 500 g getrocknete Hanfblüten für ca. 20 bis 50 Euro, je nachdem, was ihr für die Samen auslegen müsst. Er ist spannend und interessant. Ihr seid unabhängig von Händlern. Ihr bestimmt selbst, was ihr anpflanzt, wie weit ihr das Produkt reifen lasst und wie ihr es zurichtet. Der private Kleinanbau ist zwar nicht legal, wird jedoch in den meisten Ländern toleriert (macht euch in euren entsprechenden Ländern bitte sachkundig).
Die Nachteile seien nicht verschwiegen: Es dauert eine Vegetationsperiode, bis das Produkt vorliegt. Es besteht ein, wenn auch sehr geringes, Risiko, dass ihr einen Totalausfall habt (ungünstige Bedingungen, Diebstahl, Vandalismus). Ihr braucht einen sonnigen Platz für die Pflanzen.
Der einzige Vorteil, Hanf beim Händler zu kaufen, ist die sofortige Verfügbarkeit.
Mein Vorschlag: Besorgt euch ein Jahr lang euren Bedarf auf der Strasse (oder im Hanfladen, sofern noch nicht geschlossen) und macht parallel den Versuch mit dem Eigenanbau. Mit dieser Outdoor Hanfanbau Anleitung gelingt es bestimmt.

Die Hanfsamen und deren Keimung

Als erstes braucht ihr guten Hanfsamen. Um Enttäuschungen vorzubeugen, rate ich dringend von Versuchen mit Vogelfutter und Industriehanf ab. Vogelfutter kann zwar zu einer brauchbaren Ernte führen, garantiert ist das jedoch keinesfalls.

samen

Am besten besorgt ihr euch die Samen im Fachhandel.
Ich züchte im ganz kleinen Rahmen, bisher nur eine Sorte, eine Kreuzung aus einer südafrikanischen Sorte: Die Durban Poison. Es ist eine reine Sativa mit gutem THC-Gehalt die vollständig an Deutschland akklimatisiert ist.

Da ich immer wieder Anfragen erhalte, ob die Durban Poison auch für indoor geeignet ist, einige Infos hierzu: Was heisst geeignet? Die Durban Poison lässt sich indoor kultivieren und zur Blüte führen, das habe ich selbst schon gemacht, und ich habe reife Blüten erhalten. Wie sich das Ergebnis mit sog. indoor-Sorten vergleicht in Bezug auf Ertrag und Wirkung, kann ich nicht sagen, da ich diesbezüglich nie vergleichende Versuche unternommen habe. Ich bin der Meinung, Pflanzen gehören in die Natur, an die frische Luft, in die Sonne, so auch der Hanf. Andererseits bin ich der Meineung, jede Pflanze lässt sich auch indoor kultivieren, wie die Treibhauskultur beweist, sofern man die optimalen Bedingungen schafft, was durchaus möglich ist.

Mitte April bis Ende Mai ist ein guter Zeitpunkt, das Experiment zu starten. Juni geht auch noch, wenn ihr erst im Juli anfängt, wird wahrscheinlich der Ertrag nicht mehr optimal sein und August ist eindeutig zu spät. Die Pflanzen können und sollen von Anfang an draussen gezogen werden, sind aber vor starkem Frost zu schützen. Ebenso müsst ihr vor Frass und neugierigen Tieren Acht geben. Mir haben mal irgendwelche Tiere, vermutlich Vögel oder Katzen, alle meine frisch umgetopften Pflanzen ausgegraben.

Wenn Ihr die Pflanzen drinnen vorzieht, müssen sie langsam an das Sonnenlicht gewöhnt werden, sonst erleiden sie “Verbrennungen”. Bringt die Pflanzen zuerst nur 5 Minuten nach draussen in den Schatten, am nächsten Tag 10 Minuten, dann 20, 40 und 80. Ab da können sie wohl draussen bleiben und in die direkte Sonne gestellt werden. Höchstwahrscheinlich werden sie auch dann “Verbrennungen” haben, aber die meisten Pflanzen werden überleben.

Falls Ihr mit Kunstlicht vorzieht, passt unbedingt die “Tageslänge” an die Verhältnisse an, da Ihr die Pflanzen nach draussen stellen wollt. Sonst besteht die Gefahr, dass sie vorzeitig zu blühen anfangen (wenn sie drinnen viel länger Licht haben als draussen).

Da die Samen sehr kostbar sein können, empfehle ich eine kontrollierte Keimung im Haus. Dazu mache ich ein Tela oder Papiertaschentuch nass, lege dieses auf ein ausreichend grosses Stück Alufolie und bette die Samen da rein:Cannabissamen

Dann wird das Papiertaschentuch zugeklappt und schliesslich die Alufolie verschlossen. Die Keimung (18 – 22°C sind ideal) wird täglich überprüft (wichtig für die Sauerstoffzufuhr).
Nach einem bis längstens sieben Tagen sollten sich Würzelchen zeigen:
4Keimlinge

100% gekeimt. Manchmal sind es aber auch nur 8 von 10 Samen. Was nach 14 Tagen immer noch nichts zeigt, könnt ihr getrost wegwerfen.
Die Samen werden nun in feuchte (keinesfalls nasse) Anzuchterde in kleine Töpfe so eingesetzt, dass das Würzelchen nach unten zeigt und das Sämchen ½ cm unter die Erdoberfläche zu liegen kommt. Geht dabei sehr vorsichtig vor. Wenn ihr dass Würzelchen verletzt, kommt das einem Totalausfall gleich. Wenn der Hanfpflanze EintopfenKeimling in seinem Loch liegt, deckt ihn sorgfältig mit Anzuchterde ab. Wenn nötig ganz wenig giessen.
Für die erste Wachstumsphase verwende ich Partybecher, in die ich unten vier Löcher geschnitten habe.

Nach ein bis drei Tagen sollte sich das Pflänzchen an der Erdoberfläche zeigen:Keimlinge

Die Hanf Jungpflanzen

Marijuanakeimlinge RuntersetzenNach ein bis zwei Wochen sind die Cannabis-Pflänzchen schon ordentlich in die Höhe geschossen. Zur besseren Bewurzelung und um der Umfallkrankheit vorzubeugen setze ich die Pflänzchen zu diesem Zeitpunkt tiefer in die Erde (bis knapp an die Keimblättchen heran):
Cannabispflanze Runtersetzen

Dazu drehe ich den Topf um und drücke den Inhalt heraus. Dies geht am besten, wenn die Erde eher trocken ist.Dann nehme ich das Hanfpflänzchen vorsichtig und halte es tief ins Töpfchen während ich die Erde wieder einfülle:

10RuntersetzenIch brauche an dieser Stelle wohl nicht zu betonen, dass die ganze Prozedur mit äusserster Vorsicht durchzuführen ist um das zarte Pflänzchen nicht zu verletzen. Aber ab jetzt kann eigentlich nicht mehr viel passieren. 13RuntersetzenDie Marijuana-Pflanzen stehen nun bis an ihre Keimblättchen in der Erde und können wachsen. Etwa ab diesem Zeitpunkt beginne ich mit Flüssigdüngergaben (zuerst nur die Hälfte der empfohlenen Menge, dann mit der empfohlenen Menge).

Wachstum HanfsamenCa. 1 Monat alte Hanfpflanzen.

Männlich oder Weiblich? Wie erkenne ich das Geschlecht von Hanf?

Während die Pflanzen nun vor sich hin wachsen, fragt man sich vielleicht, wie das nun mit dem Geschlecht der Hanfpflanzen aussieht. Bekanntlich ist die Marijuanapflanze normalerweise einhäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Ärgerlicherweise gibt es auch noch zwittrige, d.h., eine Marijuana-Pflanze treibt männliche und weibliche Blüten. Sowohl für die Zucht als auch für die Produktion ist es wichtig, das Geschlecht früh zu bestimmen, damit man seine Ressourcen nicht mit den falschen Pflanzen vergeudet.

Es gibt Leute, die behaupten, den Samen anzusehen, welches Geschlecht die daraus hervor wachsenden Pflanzen haben werden. Ich muss zugeben, ich sehe das nicht. Ich kenne zwei Methoden, das Geschlecht zu bestimmen:

Die klassische Methode besteht in der Entnahme von Stecklingen. Dazu schneide ich etwa 3 – 5 cm lange Seitentriebe mit einer Rasierklinge ab und stelle sie sofort ein ein Glas Wasser, damit das Saftsystem des abgeschnittenen Seitentriebes keine Luft zieht (Embolie). Dann bestäube ich die unteren Enden der Triebe mit Bewurzelungshormon und stecke sie in feuchtes Anzuchtsubstrat in den schon erwähnten Partybechern. Diese stelle ich in ein sog. Zimmergewächshaus (ca. 40x30x30 cm) und dieses kommt auf ein Heizkissen. Den Deckel des Gewächshäuschens lasse ich zu und lüfte nur zweimal täglich für ca. 30 Min. indem ich dann den Deckel abnehme. Auf diese Weise bewurzeln sich die Stecklinge in ca. zwei Wochen. Diese bewurzelten Stecklinge kann man auch in Töpfen oder im Freiland zur Blüte führen. Zur Geschlechtsbestimmung sollen sie jedoch auf 12 h Licht gesetzt werden. Dazu trage ich sie jeden Abend zur gleichen Zeit in einen dunklen Raum und hole sie am Morgen, nach genau 12 h wieder ans Tageslicht. Das mache ich, bis die Pflänzchen Blüten zeigen und dann kenne ich auch das Geschlecht der Entnahmepflanze.

Maennliche Hanfpflanze

Die andere Methode ist wesentlich einfacher. Etwa zum Zeitpunkt des Austriebs der fünften Blattachse beginnt die Pflanze differenzierter zu wachsen (Mai/Juni). Der Seitenaustrieb beginnt und in den Blattachseln erscheinen kleine Blättchen. Um diesen Zeitpunkt treiben weitaus die meisten Pflanzen, die ich bisher gesehen habe auch Vorblüten in ebendiesen Blattachseln. Auf diese ist zu achten, und so kenne ich bei den meisten meiner Pflanzen das Geschlecht auch ohne die mühsame Stecklingsanzucht.

Ich will nicht verschweigen, dass ich schon Pflanzen ohne Vorblüte gehabt habe.

Weibliche Cannabispflanze

Da komme ich dann auch nicht um die Stecklingnahme herum. Zum Ganzen muss ich noch anmerken, dass diese Vorblüten, zumindest für mich, nur in dem beschriebenen Stadium der Pflanzen zu sehen sind. Nach einigen weiteren Wochen finde ich an meinen Pflanzen keine Blüten mehr, bis sie in die echte Blüte kommen (ab September).

Kennt man nun also das Geschlecht seiner Pflanzen, kann man für die Zucht die geeigneten Weibchen und Männchen selektionieren. Für die Produktion von Sinsemillahanf (zum Konsum gedacht) sind unbedingt alle männlichen und zwittrigen Pflanzen zu entsorgen.

Das schnelle vegetative Wachstum des Hanfs

Etwa um die gleiche Zeit, da die Vorblüten erscheinen (Austrieb der fünften Blattachse, s.o.) treten die Hanf-Pflanzen in ihre schnelle vegetative Wachstumsphase ein. Dann reichen die Partybecher oder kleinen Anzuchttöpfe nicht mehr. Die Pflanzen können nun an ihren endgültigen Standort (Topf, Freiland, Gewächshaus) gepflanzt werden oder, wie ich es mache, zwischenzeitlich in einen grösseren Topf gesetzt werden.

Umtopfen hanfplanze

Ich benutze dazu 2L Kunststofftöpfe. Ich drücke den ganzen Inhalt des Partybechers heraus, das sollte nun ein gut durchwurzelter Ballen sein, stelle ihn in den Topf und fülle mit Universalerde aus der Gärtnerei auf.

Die Universalerden, Blumenerden, Balkonpflanzenerden etc. erfüllen normalerweise alle Anforderrungen, die der Hanf stellt: Neutraler pH-Wert und gutes Entwässerungsverhalten.

Wie schon erwähnt, ist diese Angelegenheit nicht annähernd so heikel, wie das tiefer setzen der Pflanze, da die Wurzeln eigentlich nicht angerührt werden. Trotzdem stellt jedes Umtopfen für die Cannabis-Pflanze Stress dar. Die Universalerde ist mit Dünger für einige Wochen versetzt, deshalb dünge ich nach dem Eintopfen eine Woche lang nicht, bis sich die Pflanzen erholt haben.

Düngen

Zum Thema Dünger kursieren im Internet sowie in der Literatur die wildesten Geschichten. Da gibt es wahre Alchemisten und Giftmischer unter den Growern.

Ich bin der Meinung, in erster Linie ist Hanf eine Pflanze, wie jede andere auch. Eine Menge Leute haben eine Menge Jahre damit verbracht, gute Düngemittel zu entwickeln um Pflanzen optimal wachsen zu lassen. Ich greife bei meinen Pflanzen auf diese Erfahrungen zurück und dünge im Topf mit einem Flüssigvolldünger (z.B. Wuxal). Weil die Töpfe draussen stehen und Regen den Flüssigdünger ausspülen kann, gebe ich noch die empfohlene Menge eines organischen Volldüngers in die Töpfe und arbeite diese etwas in die Oberflächenerde.

Kommen die Pflanzen dann später ins Freiland, bereite ich die Erde mit Kompost und dem erwähnten organischen Volldünger vor. Es empfiehlt sich, von der Universalerde, oder was immer für den Topf gebraucht wurde, in das Pflanzloch zu füllen. Dies verhindert gebremstes Wurzelwachstum an der Grenze Wurzelballen-Umgebungserde, welches umso grösser ist, je mehr sich die Topferde von dem Boden unterscheidet (und die Unterschiede sind normalerweise erheblich). Je nachdem, wie heiss und trocken der Sommer verläuft, gebe ich auch noch Flüssigdünger ins Giesswasser.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Hanfpflanze in ihrer schnellen vegetativen Wachstumsphase sehr grosse Mengen an Dünger verträgt. Und trotzdem sieht man in Foren immer wieder Berichte von offensichtlich düngervergifteten Pflanzen. Ich kann nur sagen: übertreibt es nicht! Doppelte empfohlene Menge Flüssigdünger kann nicht schaden, aber an heissen Tagen sicher nicht dreimal täglich. Wenn’s geregnet hat etwas mehr, in Trockenperioden: Vorsicht, und wenn der Wurzelballen mal durchgetrocknet ist, und die Pflanze etwas welk aussieht: KEIN DÜNGER. Erst, wenn die Pflanze sich wieder erholt hat, mit der halben empfohlenen Menge die Düngergabe wieder aufnehmen.

Zu Beginn der Blüte kann man, wenn man seinen Pflanzen etwas Gutes tun will, Blühdünger geben. Dies regt die Blütenproduktion an und sollte zu einem besseren Ertrag führen.

Grundsätzlich ist die Hanfpflanze eine sehr robuste Pflanze die etliches mit sich machen lässt. Aber glaubt mir, man kriegt auch diese Pflanze zu Tode, wenn man sie all zu sehr vergewaltigt.

Hanf Beschneiden

Über das Beschneiden der Hanfpflanze, d.h. das Abschneiden von Pflanzenteilen, kursieren verschiedene Meinungen.

Ausgewachsen Cannabis

Normalerweise wächst Hanf tannenförmig, d.h. die unteren Äste werden relativ lang und werden mit zunehmender Höhe kürzer, sodass eine kegelförmige Form entsteht. In der Triebspitze werden Hormone gebildet, die den frühen Seitenaustrieb verhindern. Entfernt man nun diese Triebspitze, beginnt vermehrter Seitenaustrieb und die Pflanze gewinnt eine mehr besenförmige Struktur. Die oberen Triebe wachsen alle mehr oder weniger gleich schnell in die Höhe.

Ich selbst neige dazu, die Pflanzen zu beschneiden, wenn sie ca. 1-1.5m hoch sind. Mein Argument dafür ist, dass die Blütenbildung mit der Höhe zunimmt. Also mehr Triebe, die in die Höhe wachsen sollten einen höheren Ertrag geben. Das Gegenargument lautet: Je mehr Triebe, desto mehr Kraft kostet das die Pflanze und desto kleiner die Blütenstände.

Ich muss zugeben, dass ich keine vergleichenden Versuche gemacht habe, aber nach meinem Augenschein greift das Gegenargument nicht.

Die Blüte von Cannabis

Die Blüte beginnt, wenn die Tage kürzer werden. Je nach Sorte beginnen die Pflanzen zwischen Anfang August und Mitte September zu blühen. Es ist wichtig, alle Lichtquellen auszuschalten, da sich durch Strassen-, Sitzplatz-, Gartenbeleuchtungen etc. der Blühbeginn nach hinten verschieben kann.

Hanfpflanze in Blüte

Hat man eine Verdunkelungseinrichtung (z.B. in einem Gewächshaus) oder die Gelegenheit, den Hanf in Töpfen regelmässig an einen dunklen Ort zu stellen, kann man die Blüte jederzeit auslösen, indem man den Pflanzen nur 12h Licht pro Tag gibt. Das muss regelmässig während mindestens zwei Wochen, besser sind >4Wochen, gemacht werden, da die Pflanzen sonst erhebliche Wachstumsstörungen zeigen.

Die starke Verkürzung der Blattachsenabstände, sowie der “spiralige” Wuchs, sind ein untrügliches Zeichen, dass die Pflanze in Blüte geht.

Reife Cannabispflanze

Das Ausreifen der Blüten dauert je nach Sorte zwischen 6 und 8 Wochen. Das kann also bis Ende Oktober dauern. Da die Pflanzen mit dem Ausreifen der Blüten ans Ende ihres Lebens kommen, sind sie anfällig für Grauschimmel. Je nach Witterung ist das ein grösseres oder kleineres Problem. Spritzen kann man so kurz vor der Ernte nicht mehr. Erfahrungsgemäss hilft es, alle welken und abgestorbenen Blätter zu entfernen, da der Schimmel häufig von diesen aus fortschreitet. Zudem sollten, wenn möglich, befallene Teile entfernt und vernichtet werden (Abfall). Das geht nicht immer, wenn der Befall mitten an einem Ast ist, der noch schöne, gesunde Blütenstände an seinem Ende trägt. Entfernt dann halt soviel wie möglich.

Die Ernte und das trocknen von Sinsemilla

Der Zeitpunkt der optimalen Reife für die Ernte richtet sich nach der Sorte, der Witterung und dem Geschmack des growers. Auch gibt es Sorten, die reifen uniform und andere, da sind an der gleichen Pflanze reifere und weniger reife Blütenstände zu sehen. Ein mittlerer Reifegrad ist erreicht, wenn etwa die Hälfte aller Staubfäden braun geworden sind. Erntet man früher, kriegt man einen leichteren Hanf, der ein anregendes up-high verspricht. Erntet man später, kriegt man eine Ernte, die eher ein schweres, narkotisches high hervorruft. Das sind natürlich nur Nuancen, da die Qualität des highs in erster Linie durch die Sorte bestimmt wird.

Meine Pflanzen reifen in der Regel homogen durch und im Folgenden werde ich die Ernte solcher Pflanzen beschreiben. Hat man eine Sorte, die nicht homogen reift, überträgt man das Beschriebene eben auf die reifen Pflanzenteile.

Je nach Grösse der Pflanze und des Raumes, den man zum trocknen zur Verfügung hat, schneidet man die ganze Pflanze unterhalb der untersten Äste ab, und hängt sie kopfüber mit einem der Äste über eine Schnur an einen dunklen, kühlen, gut belüfteten Ort. Fehlt der Platz, um die ganze Pflanze aufzuhängen, macht man das selbe mit einzelnen Ästen.

Ernte

Ich lasse Sinsemillapflanzen nicht ganz durchtrocknen, sondern nur soweit, dass die Blütenstände beim liegen nicht mehr geknautscht werden. Das sieht dann etwa folgendermassen aus (ich habe leider nur Bilder von Samenpflanzen, aber das soll nicht stören, Sinsemilla sieht einfach noch etwas eleganter aus):

Ernte

 

Dann schneide ich weitere Ästchen ab und entferne gleichzeitig die grösseren Blätter. Ich empfehle auch, unbedingt alle Pflanzenteile mit Schimmel in den Abfall zu geben.

Ernte

Solchermassen arbeite ich mich vor bis zu den einzelnen Blütenständen. Ich zerteile die

Blütenstände in relativ kleine Buds, damit ich eventuellen Schimmel besser erkennen kann, aber je nach Geschmack kann man sie auch grösser belassen:

Und entferne die grösseren Blättchen:

Hanfernte

Wenn ich eine Fermentation durchführen will, mache ich das zu zu diesem Zeitpunkt. Die Fermentation dient dem Chlorophyllabbau, damit der Rauch milder wird. Zu diesem Zweck lege ich die noch etwas feuchten Blütenstände in einen Plastiksack (Beutel aus dünnem PET sind sehr geeignet), schliesse möglichst viel Luft mit ein und lege sie verschlossen an einen 30 – 40°C warmen Ort. Ich belüfte diese Beutel zweimal täglich, schichte die Blütenstände um und kontrolliere auf Schimmel. Letzterer stellt eine grosse Gefahr dar bei diesem Verfahren. Mit zweimaligem Belüften pro Tag hatte ich aber noch nie Schimmelprobleme. Nach zwei bis drei Tagen ist die Fermentation abgeschlossen. Das sieht man daran, dass sich die sattgrüne Farbe nach bräunlich-orange verfärbt hat.

Nun schliesse ich die endgültige Trocknung an: Ich breite die Blütenstände auf einer Zeitung aus und lasse sie soweit trocknen, bis das Stengelchen mit einem trockenen knacken bricht. Wenn die Blütenstände soweit getrocknet sind, ist die Schimmelgefahr gebannt und der Hanf lässt sich gut rauchen.

Schliesslich breche ich noch die letzten Blättchen, die ich nicht an den Blütenständen haben will, weg, und habe nun das endgültige Produkt in Händen:

Hanfernte

Hoffentlich war die Ernte reichlich und ihr steht nun vor der Frage, wie lagere ich meine Buds optimal? Die Blütenstände reifen weiter, auch wenn sie nicht mehr am Leben sind und Abbauprozesse setzten ein. Die Tetrahydrocannabinolsäure wird in psychoaktives Tetrahydrocannabinol umgewandelt und später oxidiert. Gefahren für die Blütenstände sind Licht, Wärme und Sauerstoff. Diese sind also möglichst auszuschliessen.

Einmachgläser an einem kühlen dunklen Ort sind ideal. Weiter kann man seine Ernte in PET Beutel einschweissen oder in wiederverschliessbare Frischaltebeutel füllen, sollte aber bedenken, dass PET nicht vollständig luftundurchlässig ist. Also den Beutel noch in Alufolie einschlagen. Mit diesen beiden Methoden sollte der Hanf mindestens ein Jahr haltbar sein, und dann kommt ja hoffentlich schon die nächste Ernte.

Noch ein letztes Wort: Baut ruhig Hanf an um euch an dieser schönen Pflanze zu erfreuen, auch wenn ihr nicht im mindesten daran denkt, sie zu konsumieren. Die Vögel werden sich an den Samen erfreuen. Wenn ihr aber an Konsum denkt, geht die Sache langsam an, vor allem, wenn ihr die Sorte nicht kennt und bei neuen Ernten. Wenn ihr bei zu hoher Dosierung nur die Stube vollkotzt, ist das noch das geringste Problem. Ich habe aber schon von einem gelesen, der kriegte einen Horrortrip, bei dem er einen “Meister der Zeit” halluzinierte, der die Uhr anhielt. Ja, und das halte ich nun echt nicht für wünschenswert. Macht euch also bitte langsam vertraut mit der Wirkung eurer Ernte. Bedenkt auch, dass die Wirkung des Hanfes während der ersten paar Monate Lagerung noch zunimmt, vermutlich durch die Umwandlung von Tetrahydrocannabinolsäure in Tetrahydrocannabinol (THC).

So, und nun viel Erfolg und viel Vergnügen!